Wie jedes Teil hatte auch unsere alte Waschmaschine das Recht, irgendwann süß zu entschlummern und die bis dahin klaglos verrichteten Dienste sang- und klanglos von einem Tag auf den anderen einzustellen.

Von diesem Recht machte sie Anfang Oktober gebrauch.

Bereits am 08.10. hatten wir eine neue ausgesucht und sogar schon bestellt.

Als Super-Sonder-Angebot würde die Lieferung aber etwas dauern - kein Problem sagt meine Frau, dann waschen wir eben auf der Arbeit.
Die Arbeitsmaschine machte dieses aber nicht mit und gab auch ihren Geist auf - kein Problem sagt meine Frau, dann waschen wir eben in der Verwandtschaft weiter.
Dies machte eine detaillierte Terminplanung notwendig, da auch meine Schwägerin bei meinem Schwager ihre Wäsche wusch - ihre Waschmaschine war defekt.
Dies hatte durchaus auch positive Aspekte. Die Familie sah sich öfter als gewohnt, man erfuhr was der andere so für Unterwäsche trägt und lernte jede Art von Waschmaschine (inklusive Trockner) zu bedienen.

Freunde von uns konnten nicht aushelfen, da sie auf die Lieferung ihrer neuen Waschmaschine warteten.

Als der November sich dem Ende neigte, wurde ich langsam unruhig. Aber, als hätten die Quelle-Leute dies geahnt, kam eine Postkarte mit der beruhigenden Nachricht, dass es nun aber nicht mehr lange dauern könne und dass ein großes kollektives Bedauern eingesetzt hätte.

Als dieser Nachricht nach weiteren 14 Tagen keine Taten folgten, sah ich mich veranlasst in meiner bekannt liebenswürdigen Art einmal schriftlich nachzufragen ob, und falls ja, wann, denn die Waschmaschine sich auf den Weg zu unserem Schmutzwäschelager machen würde (Der Brief).

Und siehe da, dass Wunder geschah: Ein paar Tage später kam eine Postkarte, die uns mitteilte, dass die von uns bestellte Waschmaschine am Montag kommender Woche zwischen 12.00 und 15.00 Uhr geliefert werden würde.

Hosianna (Wir würden nie wieder bei anderen waschen).

Am Freitag bekamen wir sogar noch einen Anruf, der nochmals bestätigte, dass am Montag... (siehe oben).

Hallelujah (Spätestens hier habe ich zwei Verwünschungen und ein böses Wort zurückgenommen).

Montag. Ein schöner Tag.
Pünktlich um kurz nach 18.00 Uhr klingelt es an der Tür.
Zwei leicht verschlammte Männer (Wir waren gerade noch in einem Neubaugebiet) stehen vor der Tür und sie haben eine Waschmaschine dabei.
Keuchend schleppen sie die Maschine in den Keller (ups). 
"Nein, die Maschine muss nach oben." (Hä, hä)
Als sie endlich in unserem Bad steht, höre ich mir noch kurz an, dass die Strassen so glatt sind, dass die armen Fahrer ihr Pensum nur mit großer Mühe geschafft haben und überhaupt die Uhrzeiten auf der Lieferankündigung wären sowieso nur zur Kundenverunsicherung.
Mit der Bemerkung, dass man bei Quelle ja auch keine Waschmaschine kauft machten sich die beiden Experten davon. Einer kam zurück ("nur kurz unterschreiben") um mir den Lieferschein unterzujubeln.

Beim genaueren Studieren des Lieferscheines wurde dann von mir den oben zurückgenommenen Verwünschungen noch drei neue hinzugefügt und die bösen Worte möchte ich hier auch nicht wiederholen.
Stand da doch geschrieben: 
Ersatzlieferung für die von Ihnen bestellte Waschmaschine.
Ohne einen Hinweis sollte uns ein Austauschprodukt angedreht werden.

Tolle Informationspolitik! Bravo!

Wir werden Quelle weiterempfehlen (aber nur unseren Feinden).