Bewerbung

Sehr geehrte Damen (?) und Herren,

der Presse konnte ich entnehmen, dass der amtierende Papst gesundheitlich angeschlagen ist. Sicher kann er nicht mehr alle offizielle (von den inoffiziellen ganz zu schweigen) Termine wahrnehmen.

Und hier komme ich ins Spiel:

Mein Berufswunsch ist schon von klein auf Papst.

Ich biete mich hiermit an in der Zeit, in welcher der Papst kürzer treten muss mich schon mal als Praktikant mit den Gepflogenheiten im Vatikan vertraut zu machen.

Sicher könnte ich Segnungen und Heiligsprechungen vertretungsweise aussprechen (aber erwarten sie bitte noch keine Wunder – das ist sicher nur etwas für Fortgeschrittene).

Sprachliche Probleme sehe ich keine, da ich stolzer Besitzer des kleinen Latinums bin.

Kommen wir jetzt auf den Pferdefuss der Angelegenheit zu sprechen: Sicher erwarten Sie von einem frommen Vorbeter, dass er auch die nötigen Papiere vorweisen kann. Das genau ist mein Problem: Als ich 1980 aus der Kirche ausgetreten bin, muss meine Taufurkunde verlorengegangen sein. Sie sind also auf Treu und Glauben angewiesen, wenn es um meine Gesinnung geht (aber bei Glauben bin ich ja bei Ihnen an der richtigen Stelle - eigentlich alles null problemo).

Wann soll ich kommen?

(Ich habe mir schon eine Route überlegt, bei der ich auch ein Stückchen über’s Wasser laufen könnte)

In Erwartung Ihrer Nachricht


Hans-Gerhard Sackmann
Amateurbeichtvater und Hobbyprediger